Sommer 1983. Heiner Glut beginnt als Kriminalkommissär bei der Basler Polizei. Im Radio laufen in Dauerschlaufe Nenas „99 Luftballons“, Europa streitet über den Nato-Doppelbeschluss und Pershing-Il-Raketen.

Heiner Glut und sein Kollege, der Kommunistenhasser Tom Wüst, untersuchen den Mord am Hellseher Danilo Gromow: Der dubiose russische Prophet schrieb ein ominöses Drittes Testament, unterstützte die Berner Filiale der sowjetischen Nachrichtenagentur Nowosti, die angeblich die westliche Friedensbewegung instrumentalisierte, und stand in engem Kontakt zu einer Basler Spionin im Apartheitsregime Südafrika.

Glut kommt langsam ins Schwitzen. SWR

Der Inhalt wirkt manchmal zu viel: Ein Mord, Spionage, interne Geschehnisse bei der Polizei. Dennoch wird alles sinnvoll miteinander verknüpft, es gibt keine überflüssigen Handlungsstränge.

Die eigentliche Stärke des Hörspiels liegt aber darin, dass das Lebensgefühl der frühen 80er Jahre, der beständigen Angst vor einem Atomkrieg sehr gut rübergebracht wird. Dabei nimmt es sich aber nicht ernst, sondern entwickelt einen durchaus humorvollen Charme.

Fazit

Ein Stunde lang gute Unterhaltung.

Lukas Holliger, geboren 1971 in Basel. Der österreichisch-schweizerische Autor schreibt Prosa, Theatertexte und Hörspiele. Zahlreiche Auftragswerke, Werkstatt- und Uraufführungen, u. a. am Bremer Theater, Schauspiel Leipzig, Thalia Theater Hamburg und am Schauspiel Essen. 2013 stand er auf der Shortlist für den Hör-spielpreis der Kriegsblinden. „Verfluchtes Licht“ (SRF 2017) wurde mit dem ARD Online Award 2017 ausgezeichnet.

Mit: Martin Engler, Holger Kunkel, Tanja Schleiff, Thomas Sarbacher, Robert Dölle u. v. a.
Musik: Andreas Bernhard
Regie: Mark Ginzler
(Produktion: SRF 2018)

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